Prof. Dr. Joseph Klafter

Präsident der Tel Aviv Universität

„Tel Aviv ist eine Weltstadt mit einer weltoffenen Universität. An ihr streben wir nach neuen Horizonten, besonders durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Fakultäten. Wir fördern den Austausch zwischen Forschung und Wirtschaft genauso wie zwischen den Lehrkräften und den Studenten aus vielen Nationen. Denn eines kann man in Israel sehr schnell lernen: Bildung ist die beste Grundlage für eine bessere und gerechtere Gesellschaft. Sie ist die beste Friedenspolitik.“

Weltklasse am Mittelmeer – 
die Tel Aviv Universität

Als die Tel Aviv Universität (TAU) im Juni 1956 gegründet wurde, wagte niemand zu hoffen, dass auf dem Campus im Norden der Mittelmeermetropole einmal über 30.000 Studenten eingeschrieben sein würden. Israel, der Staat selbst, war damals gerade acht Jahre alt – und viele politische und kriegerische Auseinandersetzungen standen ihm noch bevor. Heute ist Tel Aviv unbestritten eine wegweisende Global City, und die ganze Region hat sich weltweit einen Namen gemacht mit einer Start-Up-Dichte, die nur noch vom kalifornischen Silicon Valley übertroffen wird.


Das ist auch ein Erfolg der TAU, deren Forschungsergebnisse häufig direkt zu Unternehmensgründungen führen. Der Schlüsselbegriff hierbei heißt Interdisziplinarität. Die Arbeit an den neun Fakultäten soll sich nicht selbst genügen, vielmehr setzt die aktuelle Leitung der Universität unter dem Präsidenten Prof. Dr. Joseph Klafter strategisch auf Grenzüberschreitungen.


Was kann die Nanotechnologie in der Archäologie leisten, die Anthropologie in der Medizin? Weit mehr als man früher dachte. Denn ein einzelner Spezialist kann kaum Antworten auf die größeren Fragen finden. Umwelttechniken und Nachhaltigkeit, Hirnforschung und Hightech, neue synthetische Materialien – die Tel Aviv Universität ist heute eine der besten und erfolgreichsten Lehr- und Forschungsstätten weltweit. Auch in den Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Recht und Kunst gehören Absolventen der TAU zur globalen Elite, ohne dass der Campus auf eine jahrhundertealte Geschichte verweisen kann. Man will sich weiter öffnen und vergrößert ständig das englischsprachige Kursangebot, um noch mehr internationale Studenten anzuziehen.


Der Campus von Tel Aviv wurde in den letzten sechs Jahrzehnten auf eine Sanddüne gebaut; herausgekommen ist ein spannender Architekturparcours von der späten Moderne über den betonbetonten Brutalismus bis zur Postmoderne und zum gegenwärtigen „grünen“ Bauen. Bestes Beispiel: das nachhaltige Gebäude der „Porter School“ für Umweltstudien. In Kürze wird das „Steinhardt Museum“, das erste Naturkunde-Museum Israels, in einer spektakulären Hülle eröffnet. Die Grundsteinlegung für das avantgardistische „Nano-Building“ steht kurz bevor; weitere Projekte sind beschlossen. Alle diese neuen Zentren könnten ohne die großzügigen Spenden von Freunden aus der ganzen Welt nicht realisiert werden. Auch die wachsende Gemeinde der Alumni wirkt immer stärker als Botschafterin und Unterstützerin „ihrer“ faszinierenden Universität. Sie ist mittlerweile die größte in Israel, und kann sich längst als international renommierte Institution mit den führenden traditionellen Bildungsstätten der Welt messen.


Die Tel Aviv Universität in Zahlen

  • 30.000 Studenten, davon 1.200 aus dem Ausland
  • 13.500 Absolventen, Masterstudiengang und Promotion
  • 1.100 Dozenten
  • 209 Lehrstühle
  • 9 Fakultäten
  • 29 Fachbereiche
  • 98 Abteilungen
  • 133 Forschungseinrichtungen
  • 17 angeschlossene Kliniken mit ca. 2 Mio. Patienten
  • 14 Studienprogramme in englischer Sprache
  • 80 ha Campusfläche
  • mind. 6 neue Ehrendoktoren im Jahr, u.a. Angela Merkel (2011), Joschka Fischer (2006)
  • 60. Geburtstag am 6. Juni 2016